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Der 12V Kühlschrank

« Wenn viele Wege zu kalten Getränken beim Camping führen »

Camping bedeutet in keiner Weise, auf den alltäglichen Luxus verzichten zu müssen. Dazu gehören in jedem Fall auch gekühlte Getränke und frische Lebensmittel. Ein mobiler 12V Kühlschrank sorgt hierfür auch auf Reisen. Erfahren Sie hier mehr zu den verschiedenen Kühlungstechnologien und einschlägigen Modellen.

Mobiler Kühlschrank oder Campingkühlbox?

Wenn Sie auf der Suche nach dem geeigneten Kühlsystem für Ihren Campingurlaub sind, müssen Sie sich zunächst die Entscheidung zwischen Camping-Kühlbox und -schrank fällen. Der grundlegende Unterschied zwischen beiden ist die Mobilität. Während der Kühlschrank fest im Wohnwagen oder Wohnmobil eingebaut wird, sind Kühlboxen tragbar und können fast überall abgestellt werden. Auch die 12V Variante ist prädestiniert für den Einbau im Camper. Doch auch in der Sommerküche, im Büro oder im Gästezimmer erlaubt er etwas Luxus.

Mobiler Kuehlschrank oder Campingkuehlbox
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Die Kühlbox wird bevorzugt bei Tagesausflügen genutzt, um das Picknick kühl zu halten. Auf Autofahrten leistet sie ebenfalls gute Dienste. Beim Camping mit Zelt ist sie der einzige Ort, an dem Käse und Milch problemlos zwei Sommertage überstehen. Auch Sie arbeitet meist mit Strom. Ganz einfache Varianten wie die Passivkühlbox T30 von Dometic halten über lange Zeit die Kälte im Inneren, ohne aktiv zu kühlen. Mit 30l Fassungsvermögen und nur 3 kg Gewicht ist sie ein handlicher Begleiter.

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Kühlboxen haben einen Deckel, in dem oft die Technik verbaut ist. Der Zugriff auf die Vorräte erfolgt also von oben. Das hat den Nachteil, dass die Organisation der Getränke und Lebensmittel etwas unübersichtlich ist. Dafür bleibt die Kälte unten in der Box, was wiederum Energie spart. Der gesamte Raum im Inneren wird auf einer Temperatur gehalten. Beim 12V Kühlschrank gibt es meist zusätzlich zum Kühlraum noch ein Gefrierfach.

Die verschiedenen Kühlsysteme

Die mobile Kühlung kann mit bis zu drei verschiedenen Energiequellen und einer von drei Kühltechniken betrieben werden. Die drei möglichen Energiequellen sind:

  • Gas
  • 12V bzw. 24V Gleichstrom
  • 230V Wechselstrom

Die drei Kühlsysteme sind

  • Absorbertechnik
  • Kompressortechnik
  • Thermoelektrik

Die möglichen Energiequellen hängen vom Kühlsystem ab. Das Ganze ist anfangs etwas verwirrend, im Prinzip aber gar nicht so schwer zu durchschauen. Was genau sich für Sie eignet, hängt von Ihren Bedürfnissen, dem Platzangebot und Energiequellen ab. Im Folgenden stellen wir Ihnen die drei Kühlsysteme im Detail vor.

Kompressortechnik

Diese Technik kennen Sie von Ihrem heimischen Kühlschrank. Sie kann mit 12V wie auch mit 24V Gleichstrom und 230V Wechselstrom laufen.

Im Hintergrund verbirgt sich ein geschlossener Kühlmittelkreislauf. Hier wird das Kühlmittel im Verdampfer vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand umgewandelt.

Dabei wird Wärme aus der Umgebung gebunden. Ein Kompressor saugt das Gas an, verdichtet es und leitet es an den Kondensator weiter. Hier wird das Gas wieder flüssig. Bei diesem Prozess entsteht Wärme. Das flüssige Kühlmittel fliesst schliesslich zurück zum Verdampfer.

Vorteile:

  • geringer Stromverbrauch
  • leise
  • Das Gerät darf bewegt werden oder schräg stehen
  • erreicht Temperaturen unter 0 °C

Nachteil:

  • Wärme muss abgeleitet werden

Einen grosszügigen Camping-Kühlschrank mit Kompressortechnik finden Sie zum Beispiel in der Coolmatic CRD- als auch der CRX-Serie von Dometic. Ab Werk handelt es sich dabei immer um ein 12V-Modell mit entsprechendem Anschluss.

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Er kann also problemlos über Solarstrom betrieben werden. Mit einem zusätzlich erhältlichen Wechselrichter ist auch der Betrieb mit 230 V Netzstrom möglich. Während sich hinter dem Kürzel CRX ein klassischer 12V Kühlschrank mit herausnehmbarem Gefrierfach versteckt, zeichnet sich die CRD-Serie durch ein aussergewöhnliches Öffnungssystem aus. Ziehen Sie Ihre Vorräte in einer grossen Schublade einfach aus der Kühlung heraus.

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Äusserst platzsparend sind die Kompressorkühlschubladen CD30 vom selben Hersteller. Diese kleinen, kugelgelagerten Schubladen finden in jedem Camper Platz. Das Aggregat kann bis zu 1,5 Meter entfernt angebracht werden. Raffiniert sind auch die Kühlboxen CoolFreeze CFX. Diese transportable Box mit Kompressortechnik friert Lebensmittel bis -22 °C und lässt sich mittels App über WLAN steuern.

Absorbertechnik

Bei der Absorbertechnik kommen ein Kälte- und ein Lösungsmittel zum Einsatz. Meistens handelt es sich hierbei um Ammoniak und Wasser. Flüssiges Ammoniak verdampft unter der Zugabe von Wasserstoff und entzieht dem Raum dabei Wärme. Im Absorber trifft das Gas auf eine Ammoniaklösung und verflüssigt sich wieder. Das Ganze wird im Boiler erhitzt, um reines Ammoniakgas zu erhalten. Im Kondensator verflüssigt es sich schliesslich wieder.

Vorteile:

  • geräuschlos
  • flexible Energiequellen (Gas und Strom)

Nachteile:

  • gute Belüftung nötig
  • Gerät muss aufrecht stehen
  • abhängig von Umgebungstemperatur

Komfortable mobile Kühlschränke mit Absorbertechnik finden Sie in der 8er Serie von Dometic. Neben der sparsamen LED-Innenbeleuchtung und einem neuartigen Sicherheitsschloss mit Belüftungsoption bestechen diese Modelle mit ihren individuellen Zündsystemen. Wählen Sie zwischen der automatischen, der manuellen Energieselektion, der Piezo- und der Batteriezündung.

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Auch Berger hat praktische, kleine Varianten im Programm, die flexibel alle drei Energiequellen nutzen können. Die Absorber Standkühlschränke 803KF und A560KF sind geräumig und erlauben eine bequeme Temperaturregelung per Thermostat. Sie eignen sich primär für den stationären Einsatz im Vorzelt, Ferienhaus oder der Sommerküche.

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Eine praktische Kühlbox von Berger ist die RC1600GC. Mit 15 kg Eigengewicht ist sie zwar eines der schwereren, tragbaren Modelle, doch wartet sie mit einer seltenen Besonderheit auf: Sie kann mit einer einfachen Gaskartusche betrieben werden. Dadurch gewinnen Sie noch mehr Flexibilität.

Thermoelektrik

Hierbei handelt es sich um das günstigste Kühlsystem. Im Prinzip wird hier ein physikalischer Effekt des Gleichstroms genutzt. Am Übergang zwischen bestimmten Metallen erzeugt der Stromfluss nämlich Wärme bzw. Kälte. Zusammen mit Wärmetauschern und Lüftern kann damit ein kleiner Raum gekühlt oder beheizt werden. Betrieben wird das System mit 12V Gleichstrom oder auch mit 230V Wechselstrom.

Vorteile:

  • kann kühlen und heizen
  • Bewegung und Schräglagen kein Problem

Nachteile:

  • hoher Stromverbrauch bei relativ geringer Leistung
  • Geräuschbildung durch Lüfter

Einen 12V Kühlschrank, der nach diesem Prinzip arbeitet, werden Sie kaum finden. Die Thermoelektrik wird bevorzugt bei Kühlboxen verwendet.

Die Stecker und der Rest der Kühlboxtechnik sind meist im Deckel integriert, während der Rest der Box gut isoliert ist. Das Modell ACDC W38 von Berger bietet zum Beispiel komfortable 38 l auf Rollen an. Ziehen Sie die Box mit einem Teleskop-Ziehgriff wie einen Trolley hinter sich her. So kommen Ihre Getränke mühelos und kühl zum Strand.

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Bei Dometic finden Sie die Thermoelektrik zum Beispiel bei den Kühlboxen TropiCool TCX und den SC30-Modellen. Neben einer Kühlfunktion können beide Modellserien ihren Inhalt bis 65 °C erhitzen. Das ist äusserst praktisch, wenn Sie vorkochen oder eine warme Mahlzeit transportieren wollen.

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Die TropiCool TCX minimiert dank einer intelligenten Energiesparschaltung den Stromverbrauch. Wenn Sie auf der Suche nach einer möglichst umweltfreundlichen Kühlbox sind, sollten Sie die SC30B in Erwägung ziehen. Sie besteht zum Teil aus einem Bio-Verbundwerkstoff mit Hanffasern. Ihre CO2-Bilanz ist um circa 26 % geringer als jene, herkömmlicher Kühlboxen.

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Mithilfe all dieser Informationen sollte Ihnen eine künftige Entscheidung zwischen 12V Kühlschrank, gasbetriebenem Modell oder Kühlbox recht leichtfallen. Behalten Sie bei Ihrer Wahl stets den Platzbedarf und die vorhandenen Energiequellen im Hinterkopf!