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Camping Wochenende für Minimalisten

« Minimal-Camping erklärt »

Unter dem Begriff „Camping“ ist eine grosse Spannweite an Möglichkeiten zusammengefasst, wie man seine freie Zeit ausserhalb fester Mauern verbringen kann. Für die Einen bedeutet es, mit dem luxuriös ausgestatteten Wohnmobil auf einen Campingplatz mit allem Komfort zu fahren. Für die Anderen steht Camping für Zelten in der Wildnis, lediglich mit dem ausgestattet, was man selbst tragen kann. Wir wollen uns heute mit der genügsamsten Version überhaupt beschäftigen: dem Minimal-Camping für ein entspanntes Wochenende.

Warum minimalistisch Campen?

Es ist nicht zwangsläufig so, dass Sie der „Typ“ für Minimal-Camping sein müssen. Selbst wenn Sie einen Wohnwagen besitzen und mit diesem gerne ausgedehnte Campingurlaube auf gepflegten Plätzen verbringen, kann an einem spontanen Wochenende eine simplere Variante infrage kommen. Nur mit einem Rucksack in die Natur zu ziehen hat nämlich einen grossen Erholungsfaktor und bringt ein sorgloses Lebensgefühl mit sich. Im Alltag haben Sie bereits genug damit zu tun, sich um all die Dinge in Ihrem Haushalt zu kümmern. Vom Putzen über Waschen bis hin zur Materialpflege rauben Ihre kleinen Besitztümer Ihnen unablässig Lebenszeit.

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Genau dagegen geht Minimal-Camping vor: Da Sie so gut wie nichts dabei haben, bleibt Ihnen viel Zeit für sich und die Menschen um Sie herum. Sie leben den absoluten Kontrast zu Ihrem Alltag und finden genau darin ein hohes Mass an Erholung. Lassen Sie sich auf ein Experiment in Genügsamkeit, Spontanität und Improvisationskunst ein. Es ist nicht nur äusserst erlebnisreich, minimalistisch zu campen, sondern obendrein günstig und spontan umsetzbar. Suchen Sie sich für Ihr Wochenende im Zelt einen wunderschönen Ort aus und schon geht es los!

Minimal heisst Rucksack + Zelt: Was muss in jedem Fall dabei sein?

Ans Packen sollten Sie mit der Frage herantreten: Worauf kann ich in keinem Fall verzichten? Sicherlich orientiert sich die Antwort auf diese Frage am zu erwartenden Wetter und der Umgebung, in der Sie Ihr Camping Wochenende verbringen möchten. Es gibt jedoch eine gewisse Grundausstattung, die immer mit dabei ist:

Alle hier aufgeführten Dinge sollten in einem mittelgrossen Rucksack Platz finden. Setzen Sie sich am besten selbst die Grenze, nicht mehr mitzunehmen, als Sie selbst tragen können. Das hat den grossen Vorteil, dass Sie bei der Wahl Ihrer Campingstelle sehr flexibel sind. Suchen Sie sich die schönste Aussicht oder den romantischsten Lagerplatz ohne eine Strasse in der Nähe.

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Das Zelt sollte allen Campern genug Platz bieten und nicht zu schwer sein. Tunnelzelte sind eine gute Lösung. Die Isomatte ist entscheidend für den Schlafkomfort. Es darf ruhig eine sich selbstaufblasende Variante sein. Diese ist nicht schwer und ziemlich bequem. Ausserdem hält sie die vom Boden aufsteigende Kälte fern.

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Ebenso muss der Schlafsack ausreichend warm sein. Im Hochsommer reicht durchaus ein einfacher Deckenschlafsack. In kühleren Jahreszeiten oder Gegenden empfiehlt sich ein Mumienschlafsack mit Daunenfüllung.

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Das Essen lässt sich für ein Wochenende auf ein ganz simples Niveau herabfahren, ohne tatsächlich verzichten zu müssen. Vorgefertigter Nudel- oder Kartoffelsalat in einer Aufbewahrungsdose, Brot, Butter und Käse, dazu ein paar Äpfel, Gurke oder Rettich – damit lassen sich schöne, kalte Mahlzeiten gestalten.

Weitere Bestandteile der Grundausstattung

Wem das absolute Minimum etwas zu spartanisch erscheint, dem sei zusätzlich folgender Inhalt für den Rucksack empfohlen:

Ein komplettes Wechselset an Klamotten ist für ein Wochenende im Zelt wohl kaum nötig. Da Sie sich in der Natur aufhalten, stört ein wenig Dreck oder ein bisschen Körpergeruch niemanden. Sinnvoll kann ein Schlafanzug sein, um den Schlafsack zu schonen. Ansonsten sollten Sie das Zwiebelprinzip verfolgen.

Alle Kleidung übereinander hält an kühlen Abenden warm und das unterste Hemd reicht für einen heissen Sommermittag.

Je nach Wetter und Umgebung sollten ein Poncho und Badeklamotten im Rucksack sein. Hygieneartikel sind für viele Menschen lebenswichtig. De facto sind sie es aber nicht. Niemand stirbt, weil er zwei Tage lang keine Zähne geputzt hat. Dennoch ist es ein angenehmes Gefühl, wenigstens am Abend den Mund zu schrubben. Zu den wichtigsten Hygieneartikeln gehören demnach Zahnbürste und -pasta, Seife, Kamm, ein Lappen und ein Handtuch.

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Nehmen Sie ein kleines Kochset mit zum Wochenende im Zelt, kommen Sie in den Genuss von warmen Mahlzeiten und Heissgetränken. Ein kleiner Campingaz-Kocher mit einem Topf reicht absolut aus. Jede Person bekommt einen Löffel und das Messer am Multitool hilft beim Schneiden. Eine Schüssel dient zum Essen oder Trinken.

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Wenn Sie nicht gerade eine Kühlbox voll frischem Gemüse mitnehmen möchten, tun es für ein Wochenende durchaus Fertiggerichte. Mit etwas Öl, Salz und Pfeffer zum Abschmecken lassen sich bekömmliche Mahlzeiten zubereiten. Vielleicht investieren Sie übrigen Platz im Rucksack lieber in eine Flasche Wein?

Weitere praktische Helfer

Nun kommen wir zu den Dingen, die etwas Luxus in ein minimalistisches Camping Wochenende bringen. Da sie in manchen Fällen jedoch essenziell sein können, sollen sie hier dennoch erwähnt werden. Da wäre zum Beispiel die Taschen- oder Kopflampe. Eigentlich gewöhnen die Augen sich gut an Dunkelheit und an so einem Wochenende in der Natur geht man ohnehin schlafen, wenn es dunkel ist. Müssen Sie nachts manchmal raus oder sind die Tage recht kurz, kann ein wenig künstliche Beleuchtung dennoch sehr hilfreich sein.

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Ein Erste Hilfe-Set sollte in der einen oder anderen Form stets dabei sein. Zur Basisausstattung gehören regelmässig genommene Medikamente, Notfallmedikamente wie Asthmaspray oder Antihistaminika. Schnellverbände, Pflaster und Desinfektionsspray dienen der Behandlung kleinerer Blessuren.

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Erwarten Sie an Ihrer Destination für das Camping Wochenende eine Mückenplage, ist Mückenspray obligatorisch. Entsprechende Kerzen oder Insektenlampen machen die Abende in solchen Gegenden überhaupt erst geniessbar. Zuletzt sei noch an die Unterhaltung gedacht.

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Da sich Elektrogeräte eigentlich kategorisch ausschliessen, müssen Feinde der Langeweile auf Alternativen zurückgreifen. Wählen Sie als Stellvertreter für Smartphone und Laptop beispielsweise ein Kartenspiel. Es ist vielseitig und nimmt kaum Platz weg im Zelt. Ebenso sind kleine Jonglierbälle für viele verschiedene Spiele verwendbar.

Was tun, wenn man fast nichts dabei hat?

Vielleicht stellt sich Ihnen nun die Frage, womit Sie an einem minimalistischen Camping Wochenende Ihre Zeit verbringen sollen. Das ist ganz einfach: mit dem oder den Menschen, die mit Ihnen campen. Nutzen Sie die Zeit, um sich lange und viel zu unterhalten. Oft entstehen aus den vielen gemeinsamen Stunden ohne Ablenkung ganz neue Themen, über die man sich im Alltag nie unterhalten würde. Erkunden Sie die Gegend. Gehen Sie spazieren und beobachten Sie die Natur.

Gemeinsame Stunden ohne Ablenkung
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Es mag am Anfang ungewohnt sein, doch genau diese Entschleunigung bringt unheimlich viel Energie für den Alltag mit sich. Fehlt Ihnen etwas in Ihrem Rucksack? Dann ziehen Sie los und improvisieren Sie! Basteln Sie eine Sitzgelegenheit oder eine Feuerstelle mit Minimal-Kochecke. Viel Zeit lässt viel Platz für Kreativität. Eine Erfahrung, die zwischen Beruf, Familie und Freizeitaktivitäten sonst viel zu kurz kommt.