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Gasprüfung an Wohnwagen und Wohnmobil

« Im Umgang mit Gas ist Vorsicht wichtig »

Flüssiggas ist die am weitesten verbreitete Energieform beim Camping. In der Vergangenheit existierten für die Schweiz eher laxe Regeln verglichen mit den Vorschriften zur Gasprüfung von Wohnwagen und Wohnmobil in den benachbarten Ländern. Mit neuen Gesetzen steigt auch die Sicherheit auf Schweizer Campingplätzen, wenn sich alle Camper an die Verordnungen halten.

Die Risiken kennen

Bei sachgemässem Umgang mit dem flüchtigen und explosiven Gas ist die Flüssiggasanlage sicher und ungefährlich. Im Falle eines Unglücks sind die Folgen jedoch schwerwiegend. Mögliche Risiken heissen Brand oder Explosion, wenn Leitungen undicht sind und Gas austritt. Das eigene Leben sowie die Gesundheit Dritter ist gefährdet. Der Verbrennungsprozess stellt gleichfalls ein Risiko dar. Gelangt Kohlenmonoxid in den Innenraum, weil der Abzug nicht ordentlich arbeitet, droht Vergiftung, die bis zum Tod führen kann. Sorgen Sie mit regelmässiger Gasprüfung an Wohnmobil und Wohnwagen für Ihre Sicherheit und die von Unbeteiligten. Ganz gleich, ob die Prüfung vorgeschrieben ist, oder nicht.

Welche Rechtsgrundlage existiert?

Bis vor kurzem war die Gasprüfung für Wohnmobil und Caravan eine Auflage, die sich primär an Platzbetreiber richtete. Ihnen oblag es, die regelmässige Prüfung in Wohnwagen und der dort verbauten Flüssiggasanlagen zu kontrollieren und auf die Einhaltung der Vorschriften zu achten. Seit dem 1. April 2017 ist der Artikel 32 c der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) in Kraft. Am 6. Dezember 2017 genehmigte die EKAS die Flüssiggas-Richtlinie 6517 mit sofortiger Wirkung.

Eine Gasprüfung muss gesetzlich vorgenommen werden
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Der Gesetzgeber sieht nun bei der Überprüfung für Wohnmobil und Caravan einen Turnus von drei Jahren vor. Die Gasprüfung ist von einer ausgewiesenen Fachkraft durchzuführen. Das war in der Vergangenheit noch nicht so, weshalb einige Checks unvollständig waren. Auch wenn es nur selten zu Unfällen kommt, ist eine sachgerecht durchgeführte Überwachung von Gasanlagen das A und O für mehr Sicherheit beim Camping.

Welche Geräte arbeiten mit Gas?

Campingheizung

Je nach Ausstattung und Baujahr sind zahlreiche Gasverbraucher in Wohnwagen und Wohnmobil anzutreffen. Als erster und meist grösster Verbraucher ist die Camper-Heizung zu nennen. Ältere Modelle zeigen Verschleiss am Heizkörper, der gegebenenfalls sogar durch den Laien erkennbar ist. Ein Edelstahl-Kamin an der Gasheizung gilt als moderner Standard. Oldtimer rüsten Sie nach Möglichkeit mit neuer Technik aus. Im Rahmen der Gasprüfung am Wohnmobil berät Sie der Prüfer gerne.

Gas-Kühlschrank

Berger Absorberstandkühlschrank 803KFVielfach arbeitet der Kühlschrank wahlweise elektrisch oder mit LPG. Wer auf dem Dauerstellplatz untergebracht ist, nutzt vermutlich in der Hauptsache Strom, wenn das vergleichsweise kleine Kühlgerät überhaupt in Benutzung ist. Gerade im seltenen Einsatz verbirgt sich aber Potenzial, Beschädigungen zu spät oder gar nicht zu erkennen. Der Fachmann kann im Rahmen der Gasprüfung am Wohnwagen sicher Auskunft geben, ob der Gasverbraucher risikolos in Betrieb zu nehmen ist.

Stellt der Prüfer einen Defekt fest, der mit der Gaszufuhr im Zusammenhang steht, ist der Absorber-Kühlschrank nicht in jedem Fall sofort auszutauschen. Der Gasinstallateur kann das Gerät von der Gasversorgung abklemmen, sodass es nur noch mit Strom, dafür aber gefahrlos zu betreiben ist. Eine Reparatur oder ein Austauschgerät sind mögliche Alternativen.

Gaskocher und Gasleuchten

Bevor auf Campingplätzen Strom zur Grundausstattung zählte, beleuchteten Camper das Wohnwageninnere in den Abendstunden mit fest installierten Gasleuchten. Häufig finden sich diese an Heck und Bug. Auch wenn Sie die romantische Beleuchtung nicht mehr in Betrieb nehmen, muss sie in der Gasprüfung vom Wohnwagen eingeschlossen sein, solange nicht die Zuleitung gekappt und fachmännisch verschlossen ist. Nicht zuletzt sind Campingmobile mit einem Gaskocher ausgestattet, der ebenfalls einwandfrei arbeiten muss.

Gaskocher Brisbane Enders

Gasanlagen im Vorzelt zählen auf dem Dauerstellplatz zu den Standards. Typisch sind zum Beispiel der Gaskocher oder die Vorzeltheizung. Diese wie alle anderen Gasgeräte sollten sicherheitshalber mit einer Zündsicherung ausgestattet sein, die bewirkt, dass der Zustrom von Gas stoppt, wenn die Flamme erlischt. Gut ausgerüstete Heizungen für das Vorzelt verfügen im Idealfall über eine zusätzliche Sauerstoffmangelsicherung.

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Was wird geprüft?

Die Gasprüfung am Wohnwagen beginnt mit der Dichtigkeitsprüfung an der Anschlussstelle der Gasflaschen. Dazu gibt der Prüfer Druck auf das System und beobachtet den eventuellen Druckabfall über eine längere Zeit. Ist hier alles in Ordnung, gelangen die Einbauten ins Visier. Dabei setzt der Fachmann alle gasbetriebenen Geräte in Gang, begutachtet die Funktion und nimmt dann das Gas weg. Das ist der Moment absoluter Stille während der Gasprüfung vom Wohnmobil: Das feine Klickgeräusch, wenn die Zündsicherung anspricht, muss der Prüfer hören, um sich von dem einwandfreien Zustand zu überzeugen.

Im Aussenbereich kann die Gasprüfung vom Wohnwagen vergleichbar verlaufen, allerdings haben Sie als Wohnwagenbesitzer einige Möglichkeiten zur Hand, die Kosten günstig zu gestalten. Druckregler und Zuleitungen sind auf einwandfreien Zustand zu prüfen. Produktions- oder Ablaufdatum sind auf den Schlauch aufgedruckt oder auf dem Etikett des Druckminderers. Ein Austausch ist alle 10 bis 12 Jahre vorgeschrieben. Zeigen sich vor diesem Datum feine Risse, ist ein Wechsel vor dem Ablaufdatum unvermeidbar.

Ein kleiner Gastank unter einem Wohnmobil
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Nach dem Wechsel hilft Lecksuchspray bei der Suche nach undichten Stellen. Obwohl der Campingfachhandel auch weiteres Zubehör für den Bau einer LPG-Anlage bereithält, ist Laien dringend davon abzuraten, grössere Umbauten selbst vorzunehmen. Ohne Gasprüfung am Wohnwagen ist auch die Inbetriebnahme unzulässig.

Wer prüft?

Die Vignetten vergibt der Verein Arbeitskreis LPG und stellt Kontrollbescheinigungen aus. Autorisierte Techniker dürfen die Prüfung für Wohnmobil und Wohnwagen auf die in der EKAS-Richtlinie 6517 beschriebene Weise vornehmen und die Kontrollsets freigeben. Wenn Sie keinen Ansprechpartner für die Gasprüfung am Wohnwagen und Wohnmobil kennen, fragen Sie auf dem Campingplatz nach. Mitglieder des TCS können auch dorthin Kontakt aufnehmen. Selbstverständlich können Sie einen Gastetst direkt beim Schlanser Partnerbetrieb Garage Schett durchführen lassen.

Die Prüfung wird von Fachmännern durchgeführt
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Welche Kosten sind mit der Prüfung verbunden?

Die Kosten sind variabel und richten sich zum Beispiel nach dem Umfang eventuell erforderlicher Reparaturen. Sind Dichtungen und Schläuche auszutauschen, nimmt der Prüfer diese Arbeiten in den meisten Fällen gerne sofort vor. Für einen Preisvergleich ist es dann zu spät. Ohne die Fehlerbeseitigung endet die Überprüfung am Wohnmobil mit der Stilllegung der Anlage. Dann erfolgt eine erneute Untersuchung nach der Beseitigung der Mängel. Mag sein, dass Teile dann preiswerter waren, aber die Gesamtkosten belaufen sich vermutlich höher. Wenn Sie Kosten sparen möchten, schauen Sie selbst nach den Daten, bevor die Gasprüfung am Wohnwagen ansteht.

Wie handeln im Notfall?

Selbst bei regelmässiger Gasprüfung vom Wohnmobil können Leckagen auftreten. Dem eigentlich geruchlosen Flüssiggas wird deshalb ein stechend riechendes Aroma zugesetzt, damit eine undichte Leitung sofort auffällt. In diesem Fall sind alle offenen Flammen zu löschen, alle Hähne zu schliessen und eine kräftige Durchlüftung herzustellen, bevor die Fehlersuche beginnt. Auch hier hilft Lecksuchspray, die Ursache ausfindig zu machen.

Sind weniger offensichtliche Lecks in Rohren oder Schläuchen, hilft ein Lecksuchspray dabei, undichte Stellen zu finden
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Vorbeugen und regelmässige Prüfintervalle einhalten

Ventile an LPG-Flaschen sind schwergängig. Arbeiten Sie keinesfalls mit Metall-Werkzeug. Funken können eventuell austretendes Gas entzünden. Mit einem Reglerlöseschlüssel arbeiten Sie beim Flaschenwechsel sicher. Im Bereich Frühwarnung setzten Sie auf Warngeräte, die Gas und Kohlenmonoxid detektieren. Zum Beispiel als Zubehör zur WiPro III oder mit Anschluss an den Zigarettenanzünder im Wohnmobil. Für den Caravan sind vergleichbare Lösung mit Stromanschluss verfügbar. Sicher ist sicher!