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Korrekte Beladung von Wohnwagen und Wohnmobil

« Grundlagen beachten und sicher ankommen »

Ein Reisemobil ist im Prinzip ein voll ausgestattetes Häuschen und lässt von der Küche bis zur Nasszelle keine Bedürfnisse unbefriedigt. Vor den Ferien müssen nur ein paar Klamotten gepackt, das Wasser aufgefüllt, die Lebensmittel eingeladen und die ein oder andere Kleinigkeit verstaut werden. Für höchstmögliche Sicherheit sowie zum Schutz von Vehikel und Gepäck bedarf es der korrekten Beladung von Wohnwagen und Wohnmobil und einer durchdachten Ladungssicherung. Worauf dabei zu achten ist und wie Sie beim Beladen am besten vorgehen, erklären wir Ihnen hier.

Warum ist korrekte Beladung wichtig?

Wer einmal mit einem schlecht beladenen Wohnwagen oder Wohnmobil gefahren ist, weiss, warum die korrekte Ladungssicherung ein so grosses Thema ist. Der naheliegende Grund ist sicherlich, dass unzureichend befestigte Gegenstände beim Beschleunigen, Bremsen und in den Kurven durch den Raum geschleudert werden können. Dabei geht nicht nur die Ladung selbst kaputt, sondern sie demoliert auch noch die Innenausstattung.

Im Innenraum vom Wohnmobil bzw. Wohnwagen können viele Einzelteile beim Fahren ungesichert fallen
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Des Weiteren ist eine korrekte Gewichtsverteilung der Beladung der beste Garant für ein komfortables Fahrgefühl. Ein Reisemobil im Gleichgewicht ist weniger anfällig, gegenüber dem Sog von LKWs oder Windböen. Die richtige Balance bei der Ladung bringt eine harmonische Strassenlage. Für ein Gespann mit Wohnwagen gilt die Faustregel, dass das Zugfahrzeug möglichst schwer und der Anhänger leicht sein sollte. Ihr Caravan darf nie mehr als Dreiviertel des Autos wiegen. Ein optimal verteiltes Gewicht reduziert darüber hinaus den Kraftstoffverbrauch.

Eine Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts bei der Beladung birgt ein hohes Risiko. Einerseits gefährdet es den Fahrer und die Passagiere. Andererseits werden in vielen Ländern Europas erhebliche Geldbussen fällig, wenn man mit Übergewicht erwischt wird. Eine Weiterfahrt ist erst dann möglich, wenn das Gewicht auf das erlaubte Maximum reduziert wurde.

Auf das maximale Gewicht sollte geachtet werden
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Grundlagen der Beladung

Ehe wir detaillierter auf die Ladungssicherung in Wohnwagen und Wohnmobil eingehen, führen wir Sie in die grundlegenden Richtlinien der Beladung ein. Zwei Rahmendaten dürfen Sie nie aus den Augen verlieren: die zulässige Gesamtmasse laut Fahrzeugschein und die maximale Masse, die Sie mit Ihrer Führerscheinklasse noch bewegen dürfen. Letzteres ist besonders bei Wohnwagengespannen sehr wichtig.

Ladungssicherungsset

Wie viel Sie maximal zuladen dürfen, ergibt sich aus der Differenz von maximal zulässiger Gesamtmasse und Leergewicht. Dieses Zuladungsgewicht ist überschaubar und verteilt sich auf alle Dinge, die Sie zum Campen mitnehmen möchten. Es beinhaltet also auch das Frischwasser, den Werkzeugkasten und die Bordbatterie. Für eine ständige Kontrolle des Gesamtgewichts vor, während und nach dem Beladen gibt es eigens Waagen für Caravans. Diese sind flach. Sie fahren mit den Reifen Ihres Reisemobils einfach darauf und lesen das aktuelle Gewicht ab.

Fiamma Multifunktionsleisten Garage-Bars   Caravan-Waage 1.000 kg

Als nächstes lohnt noch ein Blick auf die maximal zugelassene Achslast und die Tragfähigkeit der Reifen. Dies sind weitere Begrenzungsfaktoren für die Beladung. Hinsichtlich der Stützlast gilt, dass diese möglichst weit ausgereizt werden sollte, um eine ideale Strassenlage zu erreichen. Weniger als 25 kg sollte sie nie betragen. Zur genauen Bestimmung der Stützlast gibt es spezielle Waagen, die eine grosse Hilfe beim Verteilen der Ladung sind.

Wo verstauen Sie Ihr Gepäck?

Beim Beladen des Wohnwagens gibt es drei einfache Faustregeln:

  1. Schwere Gegenstände kommen nach unten und möglichst nah an die Achse. Im Zweifelsfall lieber vor statt hinter der Achse verstauen.
  2. Mittelschwere Dinge kommen in bodennahe Staufächer.
  3. Leichtes Gepäck kommt nach oben in Schränke und Regale.

Cargo Strap

Diese Gewichtsverteilung sorgt für eine stabile Strassenlage. Die Gefahr während der Fahrt ins Schlingern zu geraten oder gar umzukippen wird minimiert.

Allgemein gilt für eine nachhaltige Ladungssicherung, dass alle Schränke, Schubladen und Staufächer sicher verschlossen sein müssen. Alles, was nicht in einem feststehenden, verschlossenen Behälter untergebracht ist, muss mit Gepäckspinne, Zurrgurt oder Gepäckspanner ordentlich fixiert sein. Das bedeutet, dass die Beladung in Wohnwagen und Wohnmobil keinerlei Bewegungsspielraum hat.

Ladungssicherung in Boxen und grossen Staufächern

Hersteller von Reisemobilen wissen sehr genau, worauf es bei der Ladungssicherung in Wohnwagen und Wohnmobil ankommt. Sie schaffen von vornherein sichere Räume zum Verstauen, versehen Schranktüren und Schubladen mit Schliessmechanismen und sorgen mit Halterungen für stabilen Halt von grossen und kleinen Dingen. Unter dem Bett, in den Sitzbänken und von aussen zugänglich in der Verkleidung finden sich grosse und kleine Stauräume, die effizient genutzt werden möchten.

Gepäckspinne  Gepäckspanner 2er Set

Formschlüssiges Laden ist hier das Zauberwort. Achten Sie darauf, dass der gegebene Raum stets komplett ausgefüllt ist. So kann die Beladung gar nicht erst verrutschen. Legen Sie zum Beispiel Campingtisch und Stühle ganz nach unten. Zurren Sie alles für höchstmögliche Sicherheit mit Expander oder Zurrgurt fest. Dann kommen Badematten aussen herum und Plastikkisten mit Kleinkram oben drauf. Handtücher oder Bettwäsche sind immer dankbare Puffermaterialien. Lassen Sie im Zweifelsfall lieber eine Kiste leer, um eine andere komplett aufzufüllen.

Spanngurt 5 Meter

Es lohnt sich immer, Antirutschmatten unterzulegen. Diese gibt es beispielsweise speziell für den Kofferraum. Doch können Sie zugeschnitten werden und so überall gute Dienste leisten. Dinge die auf diesen Matten liegen, verrutschen nur noch bei extremen Beschleunigungen. Um diesem Fall vorzubeugen, fixieren Sie die Gegenstände zusätzlich mit einer Gepäckspinne oder einem Zurrgurt. Besonders bei Velos, Koffern oder Campingmöbeln lohnt sich der Mehraufwand. Wer die Wahl hat, packt sperrige Gegenstände natürlich besser separat in die Heckgarage oder eine Deichselbox.

Ladungssicherung in Regalen

Die Regale für kleine Dinge wie Geschirr und Lebensmittel sind in der Regel mit Geländern ausgestattet. So kommt Ihnen beim Öffnen garantiert nichts entgegen gestürzt. Manchmal finden sich Gummiseile in Schränken, unter denen Gegenstände festgeklemmt werden können. Wo Sie Ihnen fehlen, schrauben Sie mit ein paar Handgriffen selbst eine Öse für einen Expander oder Gepäckspanner fest.

Gepäckspanner 80+100cm Utensilien Spannsystem

Damit in den Schränken nichts verrutscht, legen Sie kleine Gummimatten auf den Regalböden aus. Eine Schaumstoffmatte mit passenden Löchern hält Gläser und Gewürzspender zuverlässig fest. Oft hat der Hersteller der Inneneinrichtung mit einem stabilen Gestell für Teller und Gläser bereits vorgesorgt. Sollte es dennoch zu störendem Klappern während der Fahrt kommen, hilft passend zugeschnittener Filz. Legen Sie ihn zwischen Teller, Töpfe oder Pfannen. Gerade bei Wohnmobilen kann der Geräuschpegel aus den Schränken bei unebener Strasse schnell nervtötend werden.

Unterschiede zwischen der Beladung von Wohnmobil und Wohnwagen

Grundsätzlich spielt die Ladungssicherung im Wohnmobil noch eine grössere Rolle als im Wohnwagen. Da die Passagiere im selben Raum sitzen, sind auch sie durch schlecht gesicherte Gegenstände gefährdet. Schiesst eine herumstehende Flasche bei einer starken Bremsung durch das gesamte Wohnmobil, kann das fatale Folgen für die Mitfahrer haben. Im Wohnwagen wäre nur Sachschaden zu befürchten. Übrigens sind für kleine aber schwere Gegenstände auch Kofferraumnetze eine adäquate Verstaumöglichkeit. Sowohl innerhalb von Staufächern als auch an der Innenwand des Reisemobils können sie problemlos angebracht werden und allerhand Kleinkram aufnehmen.