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Zelten im Schnee

« Mit dem richtigen Equipment eine große Freude »

Es ist herrlich, morgens aufzuwachen und nichts ist zu hören. Die tiefe Stille verschneiter Regionen macht Wintercamping so einzigartig. Wintercamping mit dem Zelt ist ein unvergessliches Abenteuer, wenn das Equipment stimmt und Sie die 8 Tipps von Experten befolgen. Wie Sie sich gegen die Kälte wappnen und sich den Schnee zum Verbündeten machen, erfahren Sie hier.

Tipp 1: Die Ausrüstung passt zur Jahreszeit

Trekking im Winter begeistert immer mehr Menschen. Die unendliche Ruhe und das blendend helle Licht einer schneebedeckten Landschaft sind mit nichts vergleichbar. Derselbe Ferienort sieht im Winter ganz anders aus als im Sommer. Die tiefen Temperaturen erfordern funktionelle Kleidung und ein spezielles Winterzelt. Das zeichnet sich durch steile Seitenwände aus, auf denen alles abrutscht. Damit das Gepäck nicht in einer Schneewehe verloren geht, sind Zelte mit Apsis die bessere Wahl. Für Notfälle ist es ratsam, Ersatzgestänge mitzuführen. Für ein Iglu-Zelt mit Fiberglasgestänge reichen einige Ersatzelemente und eine Gummischnur, um gebrochene Segmente am Schnee-Zelt zu ersetzen. Gleiches gilt für andere Befestigungsmaterialien wie Heringe und Spannleinen. In der Abgeschiedenheit ist dafür nur schwer Ersatz zu bekommen.

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Tipp 2: Zeltplatz vorbereiten

Eine Schaufel oder ein Spaten sind gute Freunde beim Zelten im Winter. Für eine ebene Aufstellfläche wird der Untergrund zunächst verfestigt. Das geht am einfachsten mit den Füssen und dem eigenen Körpergewicht. Unebenheiten begradigt der Spaten oder die Schaufel. Vermeiden Sie Areale mit Baumbestand oder campen Sie zumindest nicht direkt unter Bäumen. Die Schneelast kann dazu führen, dass Äste abbrechen oder grosse Schneemengen auf das Zelt abrutschen. Das wäre ein unerfreuliches Erwachen.

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Tipp 3: Schnee-Zelt aufbauen

Achten Sie darauf, aus welcher Richtung der Wind weht. Der Eingang weist beim Winterzelt auf die windabgelegene Seite, damit es im Eingangsbereich trocken bleibt. Das bietet auch Böen weniger Angriffsfläche. Da Tunnelzelte als besonders windanfällig gelten, sind sie im Winter keine gute Wahl. Ein Iglu oder ein Biwakzelt bietet dem Wind weniger Angriffsfläche und eignen sich darum für das Zelten im Winter deutlich besser. Wer in der Gruppe unterwegs ist, setzt auf reflektierende Abspannseile, damit andere nicht Stolpern. Wer sich allein in die Wildnis wagt, findet anhand der Aussenbeleuchtung das Zelt in der Dunkelheit leicht wieder.

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Tipp 4: Mehr Stauraum schaffen

Zelten im Winter kann richtig gemütlich sein, wenn die Schneehöhe ausreicht. Der ausgehobene Raum unter der Apsis erleichtert das bequeme Sitzen darin und nimmt jede Menge Gepäck auf. Das ist wichtig, weil beim Wintercamping nichts im Freien liegen bleiben darf. Je nach Abmessungen lassen sich darin bequem der Rucksack und eventuell ein Schlitten unterbringen. Falls die Schneewände einbrechen, geht loses Material verloren. Klüger ist es, vor dem Schlafengehen alles sicher zu verpacken. Ein voller Rucksack ist nicht so leicht zu übersehen wie das Taschenmesser, das doch gestern noch im Vorraum lag und nun verschwunden scheint. Schuhe, Jacke und Handschuhe übernachten besser in der Schlafkabine. So sind sie zur Hand, wenn es darauf ankommt.

An genügend Stauraum denken
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Tipp 5: So halten Heringe im Winter

Wer schon einmal versucht hat, die Abspannleinen am Sandstrand mit Heringen zu sichern, hat bereits eine Idee, was im Schnee passiert: zunächst gar nichts. Der eingeschlagene Hering hält nicht und fester Untergrund kann sehr weit unter dem Zelt liegen. Beim Zelten im Winter gehen erfahrene Camper anders vor: Sie schlagen zuerst den Hering ein und treten den umliegenden Schnee fest. Nach rund einer Viertelstunde und bei entsprechend tiefen Temperaturen ist der Hering festgefroren. Falls das nicht hilft, den Hering einfach horizontal vergraben. Es entsteht eine Art T aus Hering und Abspannleine. Zusätzliches Beschweren kann nicht schaden, falls Steine oder Ähnliches zu finden sind. Um die Belastung an den Zeltleinen zu mindern, ist es beim Zelten im Schnee hilfreich, die weisse Pracht als Isolierung zu nutzen und rund um das Zelt aufzuhäufen. Das hält den Wind ab und flatternde Zeltwände fest.

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Tipp 6: Wärme von unten

Schon häufiger hat das Schlanser Magazin darauf hingewiesen, dass die Isomatte unter den Zeltboden gehört. Schaummatten schonen die empfindliche Bodenwanne vor mechanischen Verletzungen. Die sind auf der weichen Unterfläche Schnee zwar nicht zu erwarten, doch eine unter dem Zelt liegende Isomatte verrutscht nicht so leicht. Das ist vor allem nachts von Vorteil. Aufgrund der besonderen Bedingungen sind sogar zwei Isomatten ratsam. Selbst der beste Schlafsack isoliert nur dann gut gegen Kälte, wenn sich die Füllung ausbreiten kann. Auf der Liegefläche wird sie durch das Körpergewicht zusammengedrückt. Das vermindert die Wirkung und eine zweite Isomatte ist willkommen.

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Tipp 7: Auf Notfälle vorbereitet sein

Informieren Sie sich ausführlich über Ihre Optionen im Notfall. Eine weithin sichtbare Kenntlichmachung des Camps mit eindeutigen Signalen wie SOS oder Ähnliches kann Rettungskräfte und andere Wanderer aufmerksam machen. Das alpine Notsignal mit Ton- oder Lichtzeichen wird ebenfalls weltweit erkannt oder erregt zumindest Aufmerksamkeit. Der Hilfsbedürftige setzt dafür im Abstand von 10 Sekunden ein Signal ab. Nach einer Minute – also nach 6 Signalen – eine Minute Pause. Dann wiederholen. Einfacher ist es natürlich, Hilfe mit dem Smartphone herbeizurufen. Dafür muss das Gerät empfangsbereit sein, also zumindest über aufgeladene Akkus verfügen. Die lassen sich selbst im Winter mithilfe eines mobilen Solarpanels einfach bei Tageslicht aufladen.

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Tipp 8: Von innen warmhalten

Bei Aussentemperaturen unter dem Gefrierpunkt ist die Wasserversorgung ein Problem. Schliesslich will niemand unnötige Stopps einlegen, um Schnee im Topf zu schmelzen. Wenigstens 1 Liter Flüssigkeit pro Person lässt sich in einer Thermoskanne gut transportieren und verspricht heisse Getränke über den Tag bis zum nächsten Halt. Im Thermosbecher bleiben Tee und Kaffee sogar warm, bis der Becher geleert ist. Ist die Kanne leer, schnell wieder auffüllen: Flüssigkeitsmangel führt zu Schwindel und Konzentrationsverlust und das kann beim Zelten im Schnee in einer einsamen Gegend verhängnisvoll sein. Lassen Sie es nicht so weit kommen.