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Sicherungen im Wohnwagen

«Wir erklären die Elektrik von Wohnwagen und Wohnmobil»

Wer mit einem eigenen Fahrzeug in den Campingferien unterwegs ist, wird irgendwann zwangsläufig mit der Elektrik in seinem Wohnmobil oder Wohnwagen konfrontiert. Selbst bei ganz neuen Gefährten kann früher oder später ein Gerät ausfallen oder die gesamte Elektrik kommt zum Erliegen. Sie müssen keine besondere Leidenschaft für elektronische Basteleien haben, um die Sicherungen im Wohnmobil zu finden und kleinere Probleme der Elektrik im Wohnwagen selbst zu beheben. In diesem Artikel vermitteln wir ein wenig Grundwissen und geben Ihnen ein paar Tipps in Bezug auf die Elektrik in Ihrem Wohnmobil.

Grundlagen der Elektrik in Wohnmobil und Wohnwagen

Der Stromkreislauf lässt sich generell in vier Ebenen aufteilen:

  • Quelle
  • Konverter
  • Speicher
  • Verbraucher

Bei den Stromquellen steht an erster Stelle die Lichtmaschine des Fahrzeugs bei Wohnmobilen. Beim Aufenthalt auf einem Campingplatz kommt meistens ein Landkabel zur 230 V-Steckdose hinzu. Diese CEE Stromversorgung wird teils direkt von den Geräten genutzt, lädt aber im Wohnmobil auch die Batterien auf. Ist am Camper eine Solar-Komplettanlage installiert, wird auch hierüber Strom bezogen.

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Der wichtigste Konverter ist das Ladegerät, das die Starter- und die Bordbatterie auflädt. Es ist quasi zwischen die Quelle und den Speicher geschaltet. Seine wichtigste Aufgabe ist die Umwandlung von 230 V auf 12 V Spannung. Gibt es eine Solaranlage, kann noch ein zusätzlicher Regler als Konverter hinzukommen. Dieser wandelt ebenfalls den Strom aus der Solaranlage in 12 V um und versorgt damit die Bordbatterie.

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Einer der Speicher ist die Starterbatterie. Sie wird während der Fahrt aufgeladen. Es gibt sie im Zugfahrzeug wie auch im Wohnmobil. Sie liefert 12 V für den Anlasser. Zusätzlich gibt es bei Campingfahrzeugen eine Bordbatterie. Diese liefert den Strom bei stationärem Aufenthalt an die Verbraucher. Sie wird beim Fahren ebenfalls von der Lichtmaschine aufgeladen, allerdings mit einer geringeren Priorität als die Starterbatterie.

Die Verbraucher teilen sich auf in fest eingebaute Geräte wie Licht, Wasserpumpe und Lüfter sowie zusätzlich angeschlossene Geräte wie Kaffeemaschine, Handy, Rasierer usw. Im Idealfall sind alle Verbraucher über eigene Sicherungen am Stromkreislauf angeschlossen, damit bei einem Defekt nicht alle Geräte ohne Strom sind.

Besonderheiten der Elektrik im Wohnwagen

Der grosse Unterschied im Aufbau der Elektrik von Wohnwagen und Wohnmobil ist, dass der Wohnanhänger über ein Kabel mit dem Zugfahrzeug verbunden ist. Lange waren für diese Verbindung 7-polige Stecker üblich. Damit waren allerdings nur die notwendigen Leuchten für den Strassenverkehr abgedeckt. Schlussleuchten, Blinker, Bremsleuchten und Nebelschlussleuchte wurden separat über eigene Pins im Stecker mit Strom versorgt. Heute sind die 13-poligen Stecker Usus. Auf Pin 9 finden Sie nun auch Dauerspannung + für den Wohnwagen, auf Pin 10 eine Ladeleitung zur Aufbaubatterie und auf Pin 12 liegt eine automatische Anhängererkennung. Die anderen beiden Pins sind der Masse vorbehalten. Der Wohnwagen wird nur mit Strom von der Lichtmaschine versorgt, wenn er angekoppelt ist oder ein Verlängerungskabel vom Fahrzeug zum Stecker des Wohnwagens gelegt ist.

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Nicht zu verwechseln ist der 13-polige Anhängerstecker mit dem CEE-Stecker (Cekon-Stecker), den Sie am Landkabel finden. Dieser dient dem Anschluss Ihres Wohnmobils oder Wohnwagens an die Steckdose am Camping-Stellplatz. Über den CEE-Stecker beziehen Sie die üblichen 230 V Wechselstrom. Von der Bordbatterie gehen lediglich 12 V Gleichstrom aus. Für beide Systeme gibt es getrennte Sicherungen. Erkundigen Sie sich stets am jeweiligen Campingplatz, wie die Regelungen für den Stromverbrauch sind. An manchen Plätzen überlastet es das Netz, wenn permanent grosse Stromfresser wie zum Beispiel eine Klimaanlage betrieben werden. Geräte wie Wasserkocher, Föhn oder Kaffeemaschine müssen meist ebenfalls mit 230 V betrieben werden, verbrauchen aber nicht so viel Strom. Sie müssen immer in die entsprechenden Steckdosen mit eigenen 230 V-Sicherungen im Wohnwagen gesteckt werden.

Stromverteilung und Sicherungen im Caravan

Wie genau die Kabel in Ihrem Campingfahrzeug verlegt sind, hängt vom jeweiligen Hersteller und Modell ab. Gemeinsam ist allen, dass die Leitungen für 12 V und 230 V komplett getrennt verlegt sein müssen. Ebenso gibt es für beide Spannungen separate Sicherungen im Wohnwagen und -mobil. Die meisten Geräte sind beim Camping auf 12 V ausgelegt. Sie beziehen ihren Strom vom zentralen Verteiler. Alle Geräte sollten mit eigenen Sicherungen im Wohnmobil ausgestattet sein. Es ist immer ratsam, Ersatzsicherungen dabeizuhaben, falls eine kaputt geht.

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Der Verteiler ist in der Regel zusammen mit Ladegerät, Trennrelais und Kühlschrankrelais auf dem Elektronikblock untergebracht. Ein üblicher Ort für den Sicherungskasten und weitere Elektrik ist im Kleiderschrank, unter einer Sitzbank oder auch unter dem Boden. Lassen Sie sich beim Kauf eines neuen Campingfahrzeugs stets zeigen, wo die verschiedenen Komponenten der Elektrik zu finden sind. In Ihrem Werkzeugkasten sollten für kleine Reparaturen ein Strommessgerät, Zangen und Isolierband verstaut sein. Außerdem sollte für alle Sicherungen, die benötigt werden, mehrfach Ersatz vorliegen!

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Geräte, die standardmässig 230 V benötigen, sind das Ladegerät und der Kühlschrank. Viele Kühlschränke funktionieren auch mit Gas und werden nur während der Fahrt mithilfe von 12 V auf einem Mindestmass kühl gehalten. Hinzu kommen Geräte wie Fernseher oder Laptops, die ebenfalls mit 230 V versorgt werden wollen. Bezüglich der Sicherungen im Wohnwagen sollten Sie unbedingt darauf achten, einen eigenen FI-Schalter für die 230 V-Versorgung an Bord zu haben. Zwar sollten Campingplätze selbst solche Sicherheitsschalter in ihrem Netz haben, doch dürfen Sie sich darauf besonders im Ausland nicht verlassen. Wenn es zu Störungen in der Elektrik kommen sollte, ist der FI-Schalter ihre Lebensversicherung.

Wissenswertes über Batterien

Es wurde bereits erwähnt, dass sowohl die Starterbatterie als auch die Bordbatterie während der Fahrt über die Lichtmaschine aufgeladen werden. Das Trennrelais verhindert, dass im Stand Strom von der Starterbatterie zur Bordbatterie fliesst. Vor den Batterien sind zu deren Schutz Sicherungen eingebaut. Ist zum Beispiel die Bordbatterie komplett leer und Sie starten Ihr Fahrzeug, kann es zu einem schädlich hohen Stromfluss hin zur Bordbatterie kommen. Die vorgeschalteten Sicherungen im Wohnwagen sind quasi die Lebensversicherungen für Ihre Batterien.

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Für manche Camper lohnt sich die Anschaffung eines Ladeboosters. Er sorgt für ein effizienteres Laden der Bordbatterie. Das bewährt sich insbesondere bei Wohnwägen, da hier der Weg von der Lichtmaschine zur Batterie sehr weit ist. Über die lange Leitung geht Spannung verloren, wodurch die Bordbatterie schlechter lädt. Ein Ladebooster kurz vor der Batterie erhöht die Spannung wieder.

Lithium Batterie 40 AhDer grundlegende Unterschied zwischen Bord- und Starterbatterie liegt in ihrem Aufgabenbereich. Die Starterbatterie ist für einen hohen Anlassstrom ausgelegt. Die Bordbatterie unterliegt hingegen einem Dauergebrauch mit ständigem auf- und entladen.

Zyklenfestigkeit ist ihre wichtigste Eigenschaft. Moderne Campingfahrzeuge haben eine digitale Anzeige für den Ladestand der Bordbatterie integriert. Bei Bedarf kann ein Batterietester mit Daueranschluss nachgerüstet werden.

Für eine möglichst lange Lebensdauer Ihrer Batterie sollten Sie folgende Punkte beachten: Installieren Sie stromsparende Beleuchtung wie beispielsweise LEDs. Beseitigen Sie unnötige Ruheströme. Gehen Sie möglichst nicht unter 50 % Ladung. Sollten Sie trotz aller Vorsicht einmal eine Batterie ausbauen müssen, schliessen Sie immer erst den Minuspol ab. Sind Sie hier nicht vorsichtig, helfen Ihnen nicht einmal die Sicherungen im Wohnwagen.