Camper-Heizung - Wohnwagen heizen
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Wohnwagen heizen ohne Strom

« Sichere Wärme für den Camper »

Steht das Fahrzeug fürs individuelle Reisen vor der Tür, möchte man in der kalten Jahreszeit gerne eine Urlaubspause einlegen. Ist noch kein autarkes Heizsystem an Bord, stellt sich die Frage: Wie kann man das Wohnmobil oder den Wohnwagen heizen? Die möglichen Energiequellen reichen vom leicht verfügbaren Benzin oder Diesel über uriges Holz bis zur innovativen Brennstoffzelle. Sie stellen bewährte Lösungen mit Gas aber selten in den Schatten.

Geschaffen für spontane Autarkie und das Vorzelt – Gasheizstrahler

Der Entschluss war gefasst, den Wohnwagen bis zum Sommer ruhen zu lassen. Doch dann weckt der Resturlaub über den Jahreswechsel die Reiselust und das Eingeständnis: Pläne sind bekanntlich dazu da, verworfen zu werden. Gleich nach den Feiertagen geht es los. Wer jetzt schnell für Wärme sorgen muss, denkt an die transportable Elektroheizung. Einpacken, anschliessen, fertig: Die Idee klingt verlockend, hat aber ihre Haken. Sie impliziert die Entscheidung, konsequent Campingplätze anzusteuern. Vorprogrammiert sind stolze Rechnungen für den dort verursachten Energieverbrauch, da Elektroheizer durstig sind. Sowohl die Liebe zur Freiheit als auch der Geldbeutel sprechen dafür, ohne Strom den Camper zu heizen.

HPV Hochleistungs-Gasheizstrahler

Der Wunsch lässt sich mit einem Gasheizstrahler spontan erfüllen. Nach einem Blick in die Bedienungsanleitung richtig aufgestellt, wärmt er geschlossene Räume sicher und überzeugend. Zu den raffinierten Winter-Upgrades gehört der Mr. Heater Portable Buddy: Der Gasheizstrahler ist für Propan- und Butangaskartuschen konzipiert, was die Handhabung erleichtert. Auch dem Sicherheitsbedürfnis kommt er entgegen, denn bei Sauerstoffmangel oder beim Umkippen schaltet er sich automatisch ab. Wer den Wohnwagen heizen und ohne Standheizung auskommen möchte, gelangt mit dem Kompaktgerät unkompliziert ans Ziel.

Mr. Heater Portable Buddy Gasheizstrahler

Das Manko beim längeren Wintercamping: Da eine Kartusche für sechs Stunden reicht, sollte man einige Exemplare vorrätig haben. Langfristig sind fest installierte Systeme sinnvoller, beispielsweise eine Flüssiggasheizung. Der Mr. Heater Portable Buddy Gasheizstrahler verstaubt dann nicht im Keller. Er bewährt sich beim Campieren als Vorzeltheizung oder bei Outdoor-Aktivitäten, wenn es abends kühl wird und kein Lagerfeuer erlaubt ist.

Cadac Gaskartusche 445g

Heizen mit Holzkamin beim Camping – verträumtes Internetmärchen mit wenig Realitätssinn

Nach einem vergnüglichen Skitag rieselt draussen leise der Schnee, während sich drinnen die Campingfreunde am knisternden Kaminfeuer wärmen. Wer eine romantische Ader hat und über solche Bilder im Internet stolpert, ist Feuer und Flamme: So möchte ich auch meinen Wohnwagen heizen, ohne Standheizung! Die Romantik verfliegt, sobald man über die Details nachdenkt. Wohin mit dem Brennmaterial, das man in vielen Ländern nur abgelagert und durchgetrocknet verwenden darf? Beim Beheizen entsteht nicht nur ein gemütliches Flammenspiel, sondern auch viel Staub. Logischerweise muss der Rauch abgeführt und ein nicht unerheblicher Sicherheitsabstand zu allen Einbauten eingehalten werden. Damit fällt die Option schon aus Platzgründen flach, wenn man einen normalen Wohnwagen oder ein Wohnmobil heizen und ohne Strom auskommen möchte.

Holzofen - Wohnwagen heizen
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Stromabhängiger als gedacht – Heizungen mit Benzin oder Diesel

Campingfans würden jubeln, wenn es international einheitliche Standards für Gasflaschen und deren Anschlüsse gäbe. Damit entfiele ein neuralgischer Punkt bei der Reiseplanung, der auch fürs Heizen relevant ist. Denn der mitgeführte Gasflaschenvorrat muss beträchtlich sein, wenn man unterwegs nicht für Nachschub sorgen kann und neben den üblichen Kochgeräten auch noch die Wärmequelle damit betreiben möchte.

Gasflaschen-im-WOhnmobil - Wohnwagen heizen
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Wer ohne Strom einen Camper heizen und sich solche Komplikationen ersparen möchte, tendiert zum Betrieb mit Benzin oder Diesel. Beide Kraftstoffe sind überall problemlos verfügbar und befinden sich ohnehin im Fahrzeugtank. Beim Camper kennt die Lösung fürs Heizen viele Fans, über deren vermeintliche Schattenseiten sich streiten lässt. Häufig werden Geruchsbildung und Geräuschentwicklung bemängelt, die sich bei einer modernen Dieselheizung aber in Grenzen halten. Der eigentliche Nachteil ist jedoch, dass man damit nicht das Wohnmobil heizen kann, ohne Strom ins Spiel zu bringen. Er wird zwar nicht für die Wärmeerzeugung benötigt, aber für den Systembetrieb. Im Gegensatz dazu gibt es Konstruktionsvarianten bei der Gasheizung, die grundsätzlich oder bei abgeschaltetem Gebläse ohne Strom laufen.

Truma Combi 4 iNet X Panel Heizung - Wohnwagen heizen

Solaranlagen und Brennstoffzellen – als Solisten noch gewagt

Wer gern campiert, liebt meist die Natur und möchte ihr nicht nur nahe sein, sondern sie auch schützen. Der Gedanke, das Wohnmobil mit einer Solaranlage zu beheizen, drängt sich deshalb auf. Doch wer ein handelsübliches Komplettset zur flinken Selbstmontage mit einer herkömmlichen Elektroheizung kombiniert, wird schnell frösteln. Denn die eingefangene Sonnenenergie reicht im Winter allenfalls für einige Stunden.

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Auf dem Vormarsch als grüne Stromquelle ist die Brennstoffzelle, die auf einer Reaktion von Sauerstoff und Methanol beruht und inzwischen als Wohnmobilzubehör angeboten wird. Wer eine nennenswerte Leistung wünscht, muss allerdings noch mit empfindlich hohe Anschaffungskosten rechnen.

Viele Naturfreunde der Campingszene setzen auf ein gemischtes Setting. Dabei speist die Solaranlage allein oder in Kombination mit der Brennstoffzelle den elektrischen Campingheizer, wenn es an südeuropäischen Herbstabenden etwas kühler wird. Bei der winterlichen Campingtour erzeugen Brennstoffzelle und Solaranlage gemeinsam den Strom, der für die elektrischen Komponenten der Dieselheizung oder Gasheizung benötigt wird.

Bislang die Ideallösung: Flüssiggasheizung, die indirekt auch das Vorzelt aufwärmt

Wer den Wohnwagen heizen und ohne Strom auskommen möchte, landet meist bei der Truma Flüssiggasheizung. Der renommierte Hersteller hält entgegen dem allgemeinen Markttrend an seiner beliebten S-Serie fest, die ohne Strom und sogar während der Fahrt betrieben werden kann. Sie wird über einen Spezialanschluss mit Gas versorgt, das der batteriebetriebene Brenner in Kombination mit der angesaugten Aussenluft entflammt. Die entstehenden Abgase werden über den Decken- oder Wandkamin abgeleitet, während der Wärmetauscher die Umgebungsluft im Innenraum angenehm temperiert.

Truma S 3004 Heizung mit Zündautomat grau

Das Modell S 2200 ist für kleine Caravans gedacht, während man mit den Bauvarianten S3004 und 50004 einen grösseren Wohnwagen heizen kann. Die Truma Flüssiggasheizung ist nicht als Vorzeltheizung zugelassen. Sie kann diese Aufgabe indirekt übernehmen, wenn man das Warmluftset des Herstellers nachrüstet. Alternativ ergänzt man für den Vorzeltbereich einen separaten Campingheizer. Wer stromfrei eine warme Dusche geniessen möchte, gönnt sich den passenden Gasboiler von Truma.

Truma Flüssiggasheizung S 2200

Gas bleibt ein praktischer Energielieferant fürs Camping, der sich jedoch einen umsichtigen Umgang wünscht. Es ist ratsam, eine Fachkraft mit dem Einbau der Flüssiggasheizung zu beauftragen, wenn man nicht zu den rundum versierten DIY-Profis gehört. Campinggeräte von renommierten Marken erfüllen höchste Sicherheitsstandards, was Funktionspannen aber nicht gänzlich ausschliesst. Bevor der Gedanke daran den Schlaf raubt, lohnt sich die Investition in einen Gasmelder.

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