Die letzten Touren sind gefahren, die Nächte werden kühler und für viele Camper beginnt die längste Standzeit des Jahres. Was jetzt in Tank, Leitungen und Batterie zurückbleibt, entscheidet darüber, ob das Fahrzeug im Frühjahr einfach anspringt oder erst in die Werkstatt muss. Ein Wohnmobil winterfest zu machen, ist keine Wissenschaft, verlangt aber Sorgfalt an den richtigen Stellen. Unser Magazin erklärt Schritt für Schritt, wie du deinen Campervan oder dein Wohnmobil winterfest machst: von der Reinigung über die Wasseranlage, Gas und Strom bis zur Schutzhülle für das Überwintern im Freien. Am Ende wartet eine Checkliste zum Einwintern, mit der du noch einmal durchs Fahrzeug gehst, bevor dein Gefährte in den Winterschlaf geht.

Wenn der Camper in die Winterruhe geht
Ein Wohnmobil oder Campervan muss den Winter nicht zwingend beheizt in einer Garage verbringen. Wichtig ist vielmehr, dass es sauber, trocken und technisch vorbereitet in die Pause geht. Drei Gegner setzen einem abgestellten Fahrzeug über Monate zu: Frost, Feuchtigkeit und die Standzeit selbst. Gefrierendes Restwasser sprengt Armaturen, feuchte Luft schlägt sich in Schränken und Polstern nieder, und eine Batterie, die im Stand langsam leer läuft, nimmt dauerhaften Schaden. Wer seinen Camper winterfest machen möchte, arbeitet deshalb am besten in fester Reihenfolge: reinigen, Wasser raus, Stromversorgung prüfen, Innenraum trocken halten, Fahrzeug schützen. Die Reihenfolge ist kein Zufall. Eine Schutzhülle über einem noch feuchten Fahrzeug richtet mehr Schaden an, als sie verhindert, und ein Luftentfeuchter im Innenraum bringt beim Einwintern wenig, wenn die Polster noch die Feuchtigkeit des letzten Regenwochenendes gespeichert haben.
Caravan erst reinigen, dann einwintern
Vor der Winterpause gehört das Fahrzeug gründlich von innen und aussen gereinigt. Das gilt für den grossen Integrierten genauso wie für den Campervan, der im sommerlichen Alltag nahezu als Zweitwagen dient und deshalb oft mit mehr Strassenschmutz in den Winter geht. Das ist keine Kosmetik: Baumharz, Vogelkot und Russpartikel greifen den Lack und die Gelcoat-Oberfläche von GFK-Aufbauten über Monate an, und Lebensmittelreste im Innenraum ziehen Mäuse und andere ungebetene Wintergäste an. Lass uns gemeinsam an alles denken, was relevant ist!
Aussen: Dach, Wände, Radkästen und Dichtungen
Beginne oben. Auf dem Dach sammeln sich Laub, Moos und Ablagerungen aus dem Sommer, die du mit einer Teleskop-Waschbürste und viel Wasser löst. Danach folgen die Seitenwände; hartnäckige Verschmutzungen lösen sich mit einem GFK-Reiniger, ohne dass du schrubben musst. Kontrolliere anschliessend Radkästen und Unterboden, denn dort setzen sich Schmutz und Streusalzreste fest, die Rost begünstigen. Kleinere Lackschäden besserst du jetzt aus und versiegelst die Aussenhaut mit einem Schutzwachs, damit Nässe im Winter abperlt. Wie du Aussenhaut und Dach richtig behandelst, bevor du das Fahrzeug winterfest machst, beschreibt unser Magazin ausführlich im Beitrag Wohnwagen reinigen, dessen Methoden sich eins zu eins auf Wohnmobil und Campervan übertragen lassen.
Ein eigener Arbeitsgang gilt den Dichtungen. Tür-, Fenster- und Klappendichtungen werden mit einem Gummipflegemittel oder Silikonspray geschmeidig gehalten, Schlösser und Scharniere mit etwas Öl versorgt. Achte darauf, dass die Mittel für Gummi und Acrylfenster geeignet sind, sonst werden Dichtungen spröde und Fenster bekommen Risse. Zum Schluss lässt du das Fahrzeug vollständig trocknen. Eine Schutzhülle sollte niemals über ein stark verschmutztes oder noch feuchtes Fahrzeug gezogen werden: Bewegt der Wind die Hülle, wirkt eingeschlossener Schmutz wie ein Schleifmittel auf dem Lack.
Innen: Kühlschrank, Vorräte und Oberflächen
Der Kühlschrank wird komplett geleert, abgetaut, ausgewischt und während der Standzeit leicht geöffnet gelassen, sonst riecht er im Frühjahr muffig. Das ist der Klassiker unter den vergessenen Punkten beim Einwintern. Die meisten Campingklühlschränke denken an dieses Problem bereits, indem die eigentliche Verriegelung bei offenem Kühlschrank geschlossen wird. Das verhindert, dass der Kühlschrank zufällt. Ein alter Campertrick ist das Schälchen voll Kaffeepulver, das im Kühlschrank für einen woligen Duft sorgt. Ansonsten gitl: Räume sämtliche Lebensmittel aus, auch Gewürze und Konserven, leere den Abfalleimer und entferne Krümel aus Schubladen und Polsterritzen. Ein Handstaubsauger erreicht dabei auch die Ecken, die der grosse Staubsauger nicht schafft. Danach werden Oberflächen, Kochnische, Herd und Bad gereinigt und der Boden gesaugt und gewischt. Wer sein Wohnmobil einwintern will, sollte ausserdem kälteempfindliche Elektronik wie Tablets, Kameras oder tragbare Lautsprecher aus dem Fahrzeug nehmen.
Wasseranlage: Der wichtigste Punkt, wenn du das Wohnmobil winterfest machen willst
Gefrierendes Wasser dehnt sich um rund neun Prozent aus. Was harmlos klingt, entwickelt in einem geschlossenen Leitungssystem enorme Kräfte. Kleine Restmengen in Pumpen, Leitungen, Ventilen oder Armaturen sind dabei problematischer als der grosse, bereits entleerte Tank, denn genau dort sitzen die empfindlichen Bauteile. Ein geplatzter Boiler oder eine gerissene Druckpumpe gehören zu den häufigsten und teuersten Winterschäden am Wohnmobil, und im kompakten Campervan liegen die Leitungen oft noch näher an der kalten Aussenwand. Wer sein Wohnmobil winterfest machen will, nimmt sich für die Wasseranlage deshalb Zeit und geht das System von der Quelle bis zum Abfluss durch.

Frischwassertank
Entleere den Frischwassertank vollständig über die Ablassöffnung und reinige ihn bei dieser Gelegenheit, damit sich über den Winter kein Biofilm bildet. Wie du dabei vorgehst und welche Mittel sich eignen, zeigt der Beitrag Den Wassertank im Wohnmobil reinigen. Sieht der Hersteller es vor, bleibt die Ablassöffnung anschliessend geöffnet, damit Restfeuchtigkeit verdunsten kann.
Boiler und Warmwasseranlage
Der Boiler wird über das vorhandene Ablassventil komplett entleert. Truma-Heizungen sind dafür mit dem FrostControl-Sicherheitsablassventil ausgestattet, das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt selbstständig öffnet und den Boiler leert. Verlass dich nicht allein auf die Automatik: Öffne das Ventil vor der Winterpause von Hand und prüfe, dass das Wasser vollständig abläuft. Für Fahrzeuge ohne dieses Ventil gibt es FrostControl-Sets zum Nachrüsten, die das Einwintern in den folgenden Jahren deutlich vereinfachen. Bei allen anderen Systemen gilt die Bedienungsanleitung des jeweiligen Herstellers, denn die Ablasspunkte sitzen je nach Boiler an unterschiedlichen Stellen. 
Leitungen, Pumpe und Armaturen
Öffne alle Wasserhähne und stelle die Mischhebel auf Mittelstellung, damit sowohl die Warm- als auch die Kaltwasserleitung leerlaufen kann. Vergiss dabei nicht die Dusche, die Aussendusche und die Toilettenspülung, deren Magnetventil ebenfalls trocken liegen muss. Lass die Wasserpumpe nach dem Entleeren noch einmal kurz laufen, bis nur noch Luft kommt, und schalte sie dann stromlos. Die Hähne bleiben den Winter über geöffnet, so bleibt die Wasseranlage beim Überwintern druckfrei. Manche Camper blasen die Leitungen zusätzlich mit Druckluft aus. Das ist nur sinnvoll, wenn der Hersteller es vorsieht, und dann ausschliesslich mit niedrigem Druck, damit Leitungen und Armaturen keinen Schaden nehmen.
Abwasser und Toilette
Der Grauwassertank wird geleert, mit einem Tankreiniger gespült und ebenfalls offen gelassen, sonst ist die Wasseranlage nur zur Hälfte winterfest. Denk an Siphons und tief liegende Leitungsabschnitte, in denen Wasser stehen bleibt. Die Kassettentoilette wird entleert, gereinigt und mit geöffnetem Schieber gelagert, damit die Dichtung nicht verklebt. Ein Tropfen Pflegeöl auf der Schieberdichtung schadet nicht.

Frostschutzmittel für die Wasseranlage
Frostschutz beim Camping ist wichtig. Als zusätzliche oder fahrzeugabhängige Lösung kommt beim Einwintern ein Frostschutz für Trinkwasseranlagen in Frage. Solche Mittel bleiben in Leitungen und Pumpe, wo sich das Wasser nicht restlos entfernen lässt, und verhindern dort die Eisbildung. Entscheidend ist die richtige Anwendung: Das Mittel wird gemäss Herstellerangabe verdünnt, durch die gesamte Anlage gepumpt, bis es an jedem Hahn austritt, und im Frühjahr gründlich ausgespült, bevor wieder Trinkwasser eingefüllt wird. Wer einfach etwas Frostschutz in den Tank kippt, erreicht damit weder die Pumpe noch die Armaturen.
Gasanlage winterfest sichern
Die Gasanlage verlangt weniger Handgriffe als das Wasser, aber die richtigen. Wer sein Wohnmobil winterfest macht, sollte sie nicht überspringen. Schliesse alle Gashähne im Fahrzeug und das Flaschenventil im Gaskasten. Lass danach das Restgas aus den Leitungen entweichen, indem du kurz einen Brenner am Kocher öffnest, bis die Flamme erlischt. Anschliessend trennst du die Schläuche von den Gasflaschen und setzt die Sicherheitskappen auf die Flaschenanschlüsse. Ob die Flaschen im Fahrzeug bleiben oder zu Hause gelagert werden, entscheidet deine Fahrzeug- und Herstellervorgabe; ein belüfteter Gaskasten ist grundsätzlich dafür gebaut. Prüfe bei dieser Gelegenheit das Ablaufdatum des Gasschlauchs, dann steht dem Saisonstart nichts im Weg. Auch wer einen Campervan winterfest machen will, bei dem die Gasflasche im Innenraum in einem abgeschotteten Fach sitzt, hält sich an dieselbe Reihenfolge.

Batterie und Stromversorgung nicht vergessen
Ein Wohnmobil verbraucht auch im Stand Strom, und ein Campervan mit Alarmanlage und Standheizung ebenso. Alarmanlage, Tracker, Steuergeräte, das Bedienpanel und viele kleine Ruheströme der Bordelektronik ziehen Tag für Tag ein wenig Energie aus der Aufbaubatterie, und auch die Starterbatterie im Fahrerhaus entlädt sich langsam. Über vier oder fünf Monate summiert sich das. Eine Bleibatterie, die tiefentladen im Frost steht, verliert dauerhaft Kapazität, im schlimmsten Fall friert der Elektrolyt ein.
Starterbatterie und Aufbaubatterie
Prüfe vor der Winterpause also den Ladezustand beider Batterien und lade sie vollständig; erst dann ist die Stromversorgung winterfest. Bei längerer Standzeit ist eine regelmässige Nachladung alle vier bis sechs Wochen oder eine dauerhafte Erhaltungsladung der sicherste Weg. Ein Batterie-Ladegerät übernimmt das automatisch und schaltet ab, sobald die Batterie voll ist. Steht das Fahrzeug ohne Landstrom im Freien, hält ein Solar-Batterielader die Ladung. Ob du die Batterien abklemmen solltest, hängt vom Fahrzeug und vom Batterietyp ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei manchen Fahrzeugen fallen mit abgeklemmter Batterie Zentralverriegelung, Alarmanlage oder App-Fernfunktionen aus; bei Lithium-Batterien gelten ausdrücklich die Vorgaben des jeweiligen Herstellers, die häufig eine Lagerung bei mittlerem Ladezustand empfehlen. Lies deshalb nach, bevor du zum Schraubenschlüssel greifst. Welche Rolle Laderegler und Ladebooster dabei spielen, erklärt unser Beitrag zu Batterie und Laderegler im Wohnwagen und Wohnmobil.
Kraftstoff und Scheibenwaschanlage
Zwei Kleinigkeiten aus dem Fahrerhaus gehören ebenfalls dazu. Ein voller Tank verhindert in Fahrzeugen mit Metalltank die Bildung von Kondenswasser; wer erst im Herbst tankt, bekommt an Schweizer Tankstellen ohnehin Winterdiesel. Die Scheibenwaschanlage wird mit frostsicherem Reiniger aufgefüllt, damit Behälter und Pumpe den ersten Frost überstehen.
Feuchtigkeit: Der stille Gegner während der Winterpause
Frost lässt sich mit einer entleerten Wasseranlage zuverlässig entschärfen. Wer seinen Campervan winterfest machen will, hat mit der Feuchtigkeit dagegen einen Gegner, der über Monate arbeitet. Sie arbeitet unauffällig: Während mehrerer Monate Standzeit wechseln sich sonnige Tage und kalte Nächte ab, und bei jedem Temperatursturz schlägt sich Luftfeuchtigkeit an den kältesten Stellen im Fahrzeug nieder. Das sind Schränke und Staukästen an den Aussenwänden, die Unterseiten von Matratzen und Polstern, die Ecken hinter dem Bett, das Fahrerhaus mit seinen grossen Scheiben und alle Bereiche mit wenig Luftzirkulation. Dort entstehen Stockflecken, Schimmel und muffige Gerüche, die im Frühjahr kaum mehr aus den Textilien zu bekommen sind. Warum das passiert und welche Stellen am stärksten gefährdet sind, beschreibt unser Beitrag über Feuchtigkeit in Wohnwagen und Wohnmobil.

So bleibt der Innenraum winterfest und trocken
Wähle für das Einlagern einen möglichst trockenen Tag und lüfte den Innenraum vorher noch einmal gründlich durch. Öffne danach alle Schrank- und Stauklappen, damit die Luft zirkulieren kann. Polster werden aufgeschüttelt und nicht dicht an kalte Aussenwände gedrückt, Matratzen nach Möglichkeit aufgestellt oder mit Abstandshaltern unterlüftet. Feuchte Textilien haben im Fahrzeug nichts verloren: Kleidung, Handtücher, Bettwäsche und Teppiche lagerst du besser zu Hause. Vorhandene Zwangsbelüftungen im Aufbau dürfen niemals verschlossen werden, denn sie sind der einzige Weg, auf dem feuchte Luft das Fahrzeug verlässt. Winterabdeckungen für die Lüftungsgitter des Kühlschranks und den Heizungskamin sind davon nicht betroffen; sie halten Schnee und Laub fern, ohne den Luftaustausch des Wohnraums zu unterbinden.
Luftentfeuchter richtig einsetzen
Ein Luftentfeuchter bindet die Restfeuchtigkeit, die sich trotz aller Vorsicht sammelt, und gehört deshalb in jedes Wohnmobil, das überwintern soll. Für den Camper haben sich drei Bauarten bewährt: Granulat-Entfeuchter mit auswechselbarem Beutel für den Wohnraum, wiederverwendbare Entfeuchter, die du im Backofen oder auf der Heizung regenerierst, und kompakte Innenraumentfeuchter für das Fahrerhaus. Stelle die Luftentfeuchter an die Problemzonen, also in den Schlafbereich, in grosse Staukästen und auf das Armaturenbrett. Der wichtigste Praxistipp dazu: Kontrolliere die Luftentfeuchter während des Winters regelmässig. Ein Granulatbeutel, der im Oktober hineingestellt und bis April vergessen wird, ist nach wenigen Wochen gesättigt und läuft im schlimmsten Fall über. Ein Kontrollbesuch alle vier bis sechs Wochen, verbunden mit dem Nachladen der Batterie und einem kurzen Durchlüften, ist die beste Versicherung gegen böse Überraschungen im Frühjahr.
Draussen überwintern: Die richtige Schutzhülle für Wohnmobil und Campervan
Nicht jeder Camper hat einen Carport oder eine Halle zur Verfügung. Steht das Wohnmobil beim Überwintern im Freien, schützt eine Schutzhülle die Aussenhaut vor Regen, Schnee, Eis, Schmutz und UV-Strahlung, die Lack, Dichtungen und Kunststoffteile über die Monate altern lässt. Eine gewöhnliche Abdeckplane aus dem Baumarkt ist dafür ungeeignet. Sie ist zwar wasserdicht, lässt aber keine Feuchtigkeit nach aussen, sodass sich unter der Plane Kondenswasser sammelt und genau das Klima entsteht, das du vermeiden wolltest. Eine geeignete Fahrzeughülle ist atmungsaktiv: Ihr mehrlagiges Vliesmaterial hält Regen ab und lässt Wasserdampf gleichzeitig entweichen.
Die Hindermann Wintertime-Schutzhüllen gibt es passgenau für Campervans und Kastenwagen auf Fiat Ducato, Citroën Jumper und Peugeot Boxer, für teilintegrierte, integrierte und Alkoven-Wohnmobile. Reissverschlüsse an den Türen halten den Zugang für den Kontrollbesuch frei, Gurte und Gummizüge spannen die Hülle so ab, dass der Wind sie nicht anheben kann. Wer keine Komplett-Hülle möchte und sein Wohnmobil trotzdem winterfest abstellen will, schützt zumindest die exponierten Flächen: Eine Dachschutzplane deckt das Dach mit seinen Aufbauten ab, eine Dachhauben-Schutzhülle die empfindlichen Acrylkuppeln der Dachluken. Eine Übersicht über alle Schutzhüllen und Planen findest du im Shop; die Frage, ob eine Abdeckung überhaupt sinnvoll ist, diskutiert unser Magazin im Beitrag Wohnwagen Abdeckung.
Wichtiges Detail: Abstandhalter unter der Schutzhülle
Wer zum ersten Mal eine Fahrzeughülle kauft, stösst auf ein Zubehörteil, dessen Zweck sich nicht auf den ersten Blick erschliesst: Giebelprofile oder Abstandshalter. Die leichten Profile werden auf dem Fahrzeugdach unter der Schutzhülle positioniert und erzeugen dort eine leichte Erhöhung, eine Art Dachfirst unter der Plane.
Der Effekt ist erheblich. Ohne Abstandhalter liegt die Hülle flach auf dem Dach und zwischen den Aufbauten bilden sich bei Regen Wasserlachen, welche die Plane niederdrücken, ihr Gewicht vervielfachen und im Frost zu Eisplatten werden. Mit Giebelprofilen läuft das Regenwasser seitlich ab, grössere Lachen bleiben aus und die Plane liegt nicht mehr überall direkt auf Dachfenstern, Solarmodulen oder Klimaanlagen auf. Dachaufbauten werden sauber überbrückt und die Hülle scheuert nicht an ihren Kanten.
So werden die Abstandhalter angebracht
- Fahrzeugdach reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Die Profile gemäss Herstellerangabe zusammensetzen.
- Die Profile mit ihren Standflächen auf dem Dach positionieren.
- Je nach Fahrzeuglänge mehrere Profile gleichmässig verteilen.
- Die Position so wählen, dass Wasser gut ablaufen kann und Dachfenster, Antennen und Solarmodule berücksichtigt sind.
- Die Schutzhülle vorsichtig über Fahrzeug und Profile ziehen, ohne sie über Kanten zu zerren.
- Die Hülle gemäss Herstellerangabe mit Gurten und Gummizügen verspannen.
Scharfe Kanten oder stark exponierte Dachaufbauten, etwa die Ecken einer Dachklimaanlage oder eine Satellitenantenne, sollten so geschützt werden, dass die Schutzhülle nicht daran scheuert. Dafür gibt es Schutzecken aus weichem Schaumstoff und zusätzliche Abstandhalter, die sich gezielt an diesen Stellen platzieren lassen. Wer die Hülle einmal richtig montiert hat, braucht im nächsten Herbst nur noch wenige Minuten, um sein Wohnmobil winterfest abzudecken.
Reifen winterfest abstellen: Was bei langer Standzeit zählt
Reifen, die monatelang an derselben Stelle stehen, können Standplatten entwickeln. Dieser Punkt fehlt in mancher Checkliste zum Einwintern, obwohl er wenig Aufwand verlangt. Kontrolliere deshalb vor dem Abstellen den Reifendruck und orientiere dich an den Herstellerangaben; viele Fahrzeughersteller empfehlen für die Standzeit einen leicht erhöhten Druck, der im Frühjahr wieder angepasst wird. Stelle Wohnmobil oder Campervan auf einem tragfähigen, ebenen und möglichst trockenen Untergrund ab. Auf ebener Fläche legst du einen Gang ein und löst die Handbremse, damit die Bremsbeläge nicht an den Scheiben festrosten; Unterlegkeile sichern das Fahrzeug zusätzlich. Bei sehr langer Standzeit lohnt es sich, das Fahrzeug bei jedem Kontrollbesuch um eine halbe Radumdrehung zu bewegen oder es auf geeigneten Standflächen abzustellen, die den Reifen entlasten. Klappe ausserdem die Scheibenwischer ab, sodass die Gummis nicht auf der Scheibe festfrieren.

Checkliste: Wohnmobil und Campervan winterfest machen
Bevor du die Tür für den Winter abschliesst, hilft ein letzter Rundgang durchs Fahrzeug mit dieser Checkliste. Sie fasst alle Punkte zusammen, mit denen du Campervan und Wohnmobil winterfest machst, und eignet sich zum Ausdrucken für das nächste Einwintern.
Winterruhe-Check zum Abhaken
- Fahrzeug aussen gereinigt und Lack versiegelt
- Dichtungen, Schlösser und Scharniere gepflegt
- Fahrzeug vollständig trocken
- Innenraum gereinigt, Lebensmittel entfernt
- Kühlschrank geleert und geöffnet
- Frischwassertank entleert und gereinigt
- Boiler entleert, FrostControl-Ventil geöffnet
- Leitungen, Pumpe und Aussendusche entleert, Hähne offen
- Grauwassertank geleert, Toilette gereinigt und vorbereitet
- Gashähne und Flaschenventil geschlossen, Schläuche getrennt
- Starter- und Aufbaubatterie geladen, Erhaltungsladung organisiert
- Scheibenwaschanlage mit Frostschutz aufgefüllt
- Schränke und Stauräume geöffnet
- Polster und Matratzen unterlüftet, Textilien ausgeräumt
- Luftentfeuchter aufgestellt
- Reifendruck kontrolliert, Gang eingelegt, Handbremse gelöst
- Giebelprofile positioniert, Schutzhülle korrekt montiert und verspannt
- Termin für eine Kontrolle während des Winters vorgemerkt
Gut vorbereitet darf der Camper jetzt Pause machen
Wer Wasseranlage, Gas, Batterie, Innenraum und Aussenhaut vor der langen Standzeit vorbereitet, hat im Frühjahr vor allem eines weniger zu tun: Schäden suchen und reparieren. Der Aufwand von einem Nachmittag im Herbst, um Campervan oder Wohnmobil winterfest zu machen, zahlt sich mit einem trockenen, geruchsfreien und startklaren Fahrzeug aus, sobald die ersten warmen Tage rufen.
Alles für die Winterruhe
Von Reinigung und Feuchtigkeitsschutz bis zu Schutzhüllen, Frostschutz und Batterieladegeräten haben wir die passende Ausrüstung für die Winterpause zusammengestellt: Zur Erlebniswelt Saisonende.
Zuletzt gibt es hier die kompakte Schlanser Checkliste zu Wohnmobil einwintern als Download!
Schlanser Magazin



